Slowmotion beim Münchner Klimaherbst
Am 07. Oktober 2010 fand im restlos besetzen münchner zukunftssalon die Veranstaltung “Ich bleib dann mal da” statt. Die vom Netzwerk Slowmotion initiierte Diskussion fand im des diesjährigen Münchner Klimaherbst statt. Ziel war es, zu hinterfragen, wie ein verändertes Mobilitätsverhalten gestaltet sein sollte.
Eröffnet wurde der Abend durch Dr. Manuel Schneider, Geschäftsführer des Vereins für ökologische Kommunikation e.V. In seinem Eingangsplädoyer erläuterte er das Ende der Episode des fossilen Zeitalters. Daraus leitete er den Schluss ab, dass auch im Bereich Mobilität umfassende Veränderungen in Bezug auf die Wertigkeit von Nähe, Ferne und Geschwindigkeiten bevorstehen.
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Dies war der Anlass für das Netzwerk Slowmotion erstmals öffentlich Empfehlungen für eine zukunftweisende Mobilität vorzustellen. In Form der Mobilitätspyramide stellte Dr. Martin Held von der Evangelischen Akademie Tutzing einen Vergleich zu den Empfehlungen für eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Form der Ernährungspyramide her. Anschließend gestaltete Astrid Gelaudemanns, wie noch mehrfach während der Veranstaltung, mit eigenen Bewegungsübungen für das Publikum Möglichkeiten zur Reflexion.
Bevor Jörg Schindler von ASPO Deutschland die in der Mobilitätspyramide 2010 zusammenfassend dargestellten Mobilitätsempfehlungen erläuterte, stellte er einzelne Grundannahmen näher vor. So ist die Notwendigkeit für Veränderungen damit verbunden, den öffentlichen Raum wiederzugewinnen und attraktiver zu machen. Dazu gehört ein neuer Umgang mit Geschwindigkeit und Entfernung, der auch zu einer Neubewertung der Kosten-Nutzen-Relation führen wird, denn höhere Geschwindigkeiten bedeuten auch aufwendigere Infrastrukturen. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass es durch motorisierten Verkehr keine Zeit zu sparen gibt, da sie auf der anderen Seite für das Wohlbefinden und den körperlichen Ausgleich fehlt. Die einfachste „Mobilitätsempfehlung“ lautet deshalb:“Burn Fat Not Oil!“ Eine umfangreiche textliche Erläuterung zur Mobilitätspyramide 2010 können Sie hier aufrufen.
Nachdem die Mobilitätspyramide 2010 vorgestellt war, konnten die Anwesenden mithilfe eines Handouts testen, wie sich das eigene Mobilitätsverhalten in diese einordnen lässt und welche persönliche Mobilitätspyramide daraus entsteht. In einer Gruppendiskussionsphase bestand die Gelegenheit zum intensiven gegenseitigen Austausch, der in einer Diskussion mit dem Plenum mündete. Hier finden Sie auch die Anleitung, um eine persönliche Mobilitätspyramide zu erstellen.
Das Ende der Veranstaltung bildeten abschließende Worte von Hans-Dieter Berg, Vorsitzender ADFC Bayern, Paul Bickelbacher, FUSS e.V. Bayern und Martin Glöckner, Green City e.V.
Ein besonderer Dank gilt der Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr für die finanzielle Förderung, sowie den Mitwirkenden der Veranstaltung und den weiteren Helfern des Abends.
Der Münchner Klimaherbst ist eine Veranstaltungsreihe, die wichtige Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Bildung vernetzt. Zielsetzung ist es, Lösungswege für gesellschaftliche Fragen in Zusammenhang mit dem Klimawandel zu finden.
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