mo – Mobilität für die Stadt von Morgen
Ausführliche Informationen hält die Webseite von mo – Mobilität für die Stadt von morgen bereit.
Ein integriertes Mobilitätskonzept für München
Green City beteiligte sich 2010 zusammen mit der Designagentur LUNAR Europe und der Universität Wuppertal an der Entwicklung des Mobilitätssystems mo. Die Konzeptstudie ist auf die Stadt München zugeschnitten und verknüpft Fahrradverleihsysteme, Öffentlichen Nahverkehr und Carsharing-Unternehmen flexibel, bezahlbar und nachhaltig miteinander. Sie will bei Politik und Wirtschaft eine Zusammenarbeit anregen, die ein vernetztes Angebot in der urbanen Mobilität ermöglicht.
Grundlage des Mobilitätssystems sind die Nutzerbedürfnisse. In einem ersten Schritt untersuchten die Designer und Green City im Rahmen der Studie deshalb die Mobilität der Deutschen im Allgemeinen und der Münchner im Besonderen. Sie analysierten Trends und bestehende Mobilitätskonzepte, ehe sie nach den Motivationen, Bedürfnissen und Wünschen der Menschen fragten. Auf der Basis dieser Erkenntnisse entwickelten die Projektpartner mo – Mobilität für die Stadt von morgen, das die Vorteile des Öffentlichen Nahverkehrs, CarSharings und von Leihfahrrädern vereint. In Form einer Smartphone-Applikation wird aus mo ein praktischer ,Location Based Service‘, der die spontane Nutzung des Mobilitätssystems auch unterwegs ermöglicht. Daneben kann die Applikation auch als soziales Netzwerk genutzt werden. Je nachdem, für welches Fortbewegungsmittel sich der mo-Teilnehmer entscheidet, sammelt er Meilen für zurückgelegte Strecken, die dann wieder im System eingelöst werden können. Selbst die Nutzung des eigenen Fahrrads wird verrechnet und damit belohnt. Je umweltfreundlicher das Verkehrsmittel, desto mehr Meilen gibt es für die Nutzung dessen. Gesammelte mo-Meilen können dann beispielsweise mit einer Fahrt zum Möbelhaus mit dem mo-Carsharing-Auto verrechnet werden. Je besser die mo-Meilen-Bilanz, desto weniger zahlt der Teilnehmer. So wird umweltbewusstes Verhalten gefördert und stößt im besten Fall nachhaltige Verhaltensänderungen bei den Nutzern an.
Berlin macht’s vor: Flexibel und bezahlbar statt individuell und teuer
Nach Angaben des ADAC kostet ein Kleinwagen im Monat rund 320 Euro. Obwohl dieser in München 23,5 Stunden pro Tag ungenutzt steht, besitzen 62% der Münchnerinnen und Münchner über 18 Jahren einen eigenen PKW – mit all den bekannten Klima- und Umweltfolgen. Im Laufe der Studie zeigte sich, dass viele Menschen gerne auf ein eigenes Auto verzichteten, wenn es attraktivere Alternativen gäbe. Ein Mobilitätskonzept wie mo bietet die Möglichkeit, dass für jede Gelegenheit das optimale Verkehrsmittel zur Verfügung steht und bietet so ein flexibles, nachhaltiges und zugleich kostengünstiges System an.
Berlin verfügt mit einem Pilotprojekt bereits über solch ein Angebot aus einem Guss: Die Deutsche Bahn hat im Rahmen des Forschungsprojektes BeMobility ein System geschaffen, bei dem sich unterschiedliche Fortbewegungsmittel miteinander kombinieren lassen. Damit können Nutzer erstmals testen, wie gut sich Bus, Bahn, Fahrrad sowie Elektro- und Hybridautos im Rahmen eines gemeinsamen Angebots ergänzen. Die integrierte Karte bietet lokale Mobilität im Großraum Berlin für 78 Euro im Monat.
Green City fordert: Mehr Lebensqualität für München
Die Studie hat zum Ziel, durch ein besseres Mobilitätsangebot die Stadt spürbar von Autos zu entlasten, so dass Lärm und Luftverschmutzung eingedämmt, Wege und Straßen als Lebensraum zurückgewonnen werden können. Andreas Schuster, Projektleiter bei Green City sieht in München für ein System wie mo die optimalen Voraussetzungen: “Durch eine Kooperation verschiedener CarSharing-Anbieter, wie StattAuto, Stadtteilauto, DriveNow oder ZebraMobil und Fahrradpools, wie Call a Bike und NextBike, sowie dem MVV-Verbund, wäre die Stadt in der Lage, ein vernetztes Angebot für Münchnerinnen und Münchner zu schaffen.” Der erste Schritt ist getan, für die Umsetzung müssen jedoch einige Schranken und Hürden beiseite geräumt werden. „Leider ist das Denken vieler Entscheidungsträger zu sehr im Dogma der autogerechten Stadt verhaftet“, sagt Schuster. Green City fordert daher die Entscheiderinnen und Entscheider in Politik und Wirtschaft auf, sich der neuen Aufgabe einer zukunftsfähigen und menschengerechten Mobilität in Ballungsräumen zu stellen und kooperativ an einer Implementierung von Systemen wie mo zu arbeiten.
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Andreas Schuster
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