1. Münchner Luftsymposium: BürgerInnen wollen saubere Luft

Hunderte TeilnehmerInnen strömten am 26. November zum 1. Münchner Luftsymposium in die Alte Kongresshalle. Das Thema Luftreinhaltung scheint den MünchnerInnen sehr unter den Nägeln zu brennen – einer der Workshops, in dem 65 TeilnehmerInnen ein eigenes Messgerät bauen konnten, war im Vorfeld bereits ausgebucht. Weitere 45 BürgerInnen entwickelten in einem zweiten Workshops Ideen, wie Bürgerengagement der Forderung nach sauberer Luft mehr Nachdruck verleihen kann. Dazu informierten sich hunderte MünchnerInnen an unserem Infostand, tauschten sich in Gesprächen aus und fragten nach Möglichkeiten zum Mitmachen. So viel Engagement freut uns! Besonders einige Vorschläge, zum Beispiel ein autofreier Tag pro Monat, stießen auf Interesse. Hier kann sich das Bündnis für saubere Luft sehr gut vorstellen für eine Umsetzung im nächsten Jahr Einsatz zu zeigen.

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Namhafte Sprecher auf dem Podium

Auch die Abendveranstaltung besuchten viele interessierte BürgerInnen. Knapp 200 Publikumsgäste lauschten spannenden Vorträgen zu Themen wie gesundheitliche Auswirkungen von Luftschadstoffbelastung auf Mensch und Umwelt, Einschätzung der neuesten Dieselfahrzeuggenerationen und Möglichkeiten der BürgerInnenbeteiligung. Auf dem Podium standen:

  • Christian Döring, Kinderarzt aus Köln
  • Dr.-Ing. Reinhard Kolke, Leiter Test und Technik beim ADAC e.V.
  • Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
  • Norbert Krause, Luftreinhalte-Aktivist

Christian Döring informierte ausführlich über die Gefahren von Feinstaub, insbesondere von Ultrafreinstaub. Diese unglaublich kleinen Partikel gelangen über die Lunge in den Blutkreislauf und transportieren Giftstoffe direkt in die Organe – was besonders schädlich für ungeborene und noch sehr junge Kinder ist. Er klärte außerdem darüber auf, dass die Schadstoffbelastung im Innenraum bis zu zehnmal höher ist als am ohnehin schon stark belasteten Straßenrand. Reinhard Kolke berichtete von technischen Lösungen, mit denen zum Beispiel die Emissionen von Bussen stark reduziert werden können – die aber nicht flächendeckend eingesetzt werden. Er zeigte außerdem, dass ein großer Teil der modernen D5- und D6-Dieselfahrzeuge die Emissionsgrenzwerte nicht erfüllt. Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe erinnerte daran, dass die Stadt München bereits gerichtlich dazu verpflichtet wurde, bis Ende 2017 Maßnahmen für Diesel-Fahrverbote vorzubereiten. Applaus bekam er für seine Verkündigung, dass er nur ein paar Tage zuvor ein Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro oder Zwangshaft für die Bayerische Umweltministerin beantragt hatte, um eine Beteiligung der Öffentlichkeit an den Luftreinhaltemaßnahmen zu erwirken. Norbert Krause forderte zum Abschluss mit einigen Beispielen seiner witzigen Aktionen zu kreativem Protest auf. So saß er zum Beispiel 22 Stunden und 48 Minuten in einem Auto auf einem Parkplatz – und machte so auf die durchschnittliche tägliche Standzeit eines PKWs aufmerksam.

Du hast die Abendveranstaltung des ersten Münchner Luftsymposiums versäumt? Kein Problem! Auf der Facebook-Seite der Münchner Wissenschaftstage kannst Du dir den kompletten Mitschnitt des Abends anschauen.

Unterstütze uns beim Einsatz für saubere Luft!

Die Aufforderung zum Protest nahmen Hermann „Beppo“ Brem, Sylvia Hladky und Andreas Schuster, die Sprecher des Münchner Bündnisses für saubere Luft, gerne auf und versprachen, den öffentlichen Druck für saubere Luft in München weiter aufrechtzuerhalten.

Du möchtest Dich auch für Luftreinhaltung engagieren? Dann komm‘  am Mittwoch, den 13. Dezember 2017, zum „Stammtisch Mobilität und Verkehrswende“!

Damit wir uns weiterhin für Luftreinhaltung in München einsetzen und Veranstaltungen wie das Luftsymposium organisieren können, sind wir auf Deine Hilfe, Deine Ideen, aber auch finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir bedanken uns herzlich für kleine und große Spenden!

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