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Übersicht Eröffnung eMobility-Store in Münchens Pop-Up-Projekt »The Lovelace«
06. September 2017

Jens Mühlhaus über kultige Elektroroller und die Zukunft der deutschen Windenergie

Im Wechsel berichten die Herausgeber von klimaretter.info über energiepolitisch aktuelle Themen. Diese Woche spricht Jens Mühlhaus, Vorstand von Green City Energy, u.a. über das Desaster bei der zweiten Ausschreibungsrunde für Windenergie, das brandneue Elektroroller-Sharing für München und die Bedeutung von friedlichen Protestformen für den Kohelausstieg.

Desaster bei der zweiten Ausschreibungsrunde für Windenergie

68 Prozent der Zuschläge aus der zweiten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land gingen an ein einziges Firmengeflecht, das sich als „Partner von Bürgerenergiegesellschaften“ bezeichnet. Für Mühlhaus ist dieses Ergebnis ein Desaster, das mit einer marktüblichen Wettbewerbssituation nichts mehr zu tun habe. Neben einer Bremse für die Energiewende drohe durch die Ergebnisse der ersten zwei Ausschreibungsrunden, eine Stilllegung des ganzen Onshore-Wind-Sektors, so Mühlhaus. Spekulative Gebotswerte im Rekordtief würden für ein verzerrtes Bild sorgen und vor allem für mittelständische Unternehmen zu einer Existenzbedrohung werden.

Mühlhaus lässt sich von diesen Stolpersteinen jedoch nicht entmutigen und fordert dazu auf, neue Anpassungsstrategien für eine dezentrale Versorgung aus 100 Prozent Erneuerbarer Energien zu entwickeln. Für das Erreichen dieses Ziels spiele auch das Ergebnis der bevorstehenden Bundestagswahl eine entscheidende Rolle.

Lebensfreude pur mit der roten E-Schwalbe

Die Kooperation zwischen Green City Energy und dem Berliner Start-up emmy sieht Mühlhaus als wichtigen Baustein für ein attraktives, emissionsarmes Mobilitätsangebot. Mit den knallroten Elektrorollern im Design der DDR-Schwalbe erhofft sich Mühlhaus eine Signalwirkung für die Stadt, die die Münchner zum Umdenken bewegt. Die Roller werden nämlich mit dem Ökostrom Green City Power betankt und leisten so ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz.

Kreativer Protest für den Kohleausstieg

Mühlhaus distanziert sich von gewalttätigen Protestaktionen, betont aber, dass es wichtig ist, für den Ausstieg aus der Kohlekraft auf die Straße zu gehen. Er verweist dabei auf die kreativen Aktionen des Umweltvereins Green City e.V., wie den Gipfelmop anlässlich der Klimakonferenz 2015.

Klimaschutz muss auf die politische Agenda

Mühlhaus bemängelt das Verschwinden von Klimaschutz und Energiewende von der politischen Landkarte. Dabei verweist er erneut auf die Windenergie-Ausschreibungen, welche mit jährlich 2.800 Megawatt weit hinter der benötigten Kapazität für einen planbaren Kohle-und Atomausstieg zurückblieben. Außerdem prognostiziert er, dass viele der sogenannten „Bürgerenergie-Projekte“ die Planphase nicht überstehen und ein Teil der genehmigten 2.800 Megawatt somit niemals gebaut werde.

Zum Interview mit Jens Mühlhaus

Weitere Informationen zum Ökostromangebot von Green City Energy

Weitere Informationen zur Elektroroller-Kooperation mit emmy

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