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Energie in Bürgerhand – Was heißt das?

Der Bürgerbegriff wird im Kontext der Energiewende von zahlreichen Akteuren unterschiedlich genutzt und interpretiert, eine allgemeingültige Definition existiert nach unserer Kenntnis nicht. Wir haben uns deshalb selbst die Frage gestellt, wie wir das Bürgerenergiekonzept bei Green City verstehen.

»Mehr zu unseren Begriffsbestimmungen
Bündnis Bürgerenergie eV

Um Klarheit hinsichtlich der Nutzung gängiger Begriffe wie Bürgerwindpark, Bürgerkraftwerke u.v.a. zu schaffen, wollen wir an dieser Stelle eine Einordnung vornehmen.

Als Mitglied beim Bündnis Bürgerenergie e.V. haben wir unsere Standortbestimmung anhand der dort verwendeten Definition vorgenommen. Das Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) setzt sich für Bürgerenergie als eine tragende Säule der Energieversorgung ein und vereint über seine Mitglieder ca. 500.000 Energiebürger aus ganz Deutschland.

Definition

Was ist Bürgerenergie?

Bürgerenergie steht für eine regenerative und auf dezentrale Strukturen ausgerichtete Energiewende, die demokratischen, sozialen und ökologischen Werten entspricht.

Als Tochter der Umweltorganisation Green City e. V. haben wir ein großes Ziel: Eine vollständige Energieversorgung aus 100 % Erneuerbaren Energien. Seit Ende der 90er Jahre setzen wir unsere Gestaltungskraft dafür ein, diese Vision Stück für Stück in die Tat umzusetzen. Klein anfangen, groß denken, mehr bewegen – das ist unser Handlungsansatz. Green City Energy wurde im Mai 2005 gegründet und im Oktober 2011 zur Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Jahr 2018 bündelte der Verein seine Tochtergesellschaften zur Green City AG. Mit der Ausgabe der Bürgeraktie (seit Herbst 2016) verwirklichen wir unseren Anspruch einer möglichst breit gestreuten Aktionärsstruktur. »Mehr

Teilhabe

An erster Stelle steht die Idee des partizipativen, nachhaltigen Wirtschaftens. Die Akteure der Bürgerenergie gestalten selbstbestimmt und selbstwirksam die dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien mit. Dabei lassen sie sich nicht von Banken, Konzernen oder der Politik dominieren.

In unserer Welt stellen die Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke unserer Kraftwerksparks zukünftig die Energie bereit, die wir für die Versorgung mit Elektrizität und Wärme sowie für Mobilität benötigen. Dieses große Ziel erreichen wir nur gemeinsam. Darum sind Teilhabe und Teilnahme für uns untrennbar mit unserem unternehmerischen Handeln verbunden. Bei der Umsetzung unserer Energieprojekte verfolgen wir bei Green City einen partnerschaftlichen Ansatz, regionale Wertschöpfung ist das erklärte Ziel.

»Zahlen & Fakten zur Green City AG
»Informationen zur Green City-Familie

Orientierung am Gemeinwohl

Bürgerenergie ist ökologisch und ökonomisch erfolgreich. Die wirtschaftlichen Ziele stehen dabei im Dienst gesellschaftlicher Zwecke: Ökologische Verantwortung, Umwelt- und Klimaschutz, Daseinsvorsorge und nachhaltige Entwicklung einer Region. Das schließt Gewinnmaximierung aus.

Kapital trifft Gemeinwohl: Die Green City AG deckt ein klar definiertes Leistungsspektrum entlang der Wertschöpfungskette der Erneuerbaren Energien ab. Im Zentrum stehen die Planung und der Bau von Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken. Als Anlagenbetreiber kümmern wir uns über die Projektlaufzeit von mindestens 20 Jahren um unsere Kraftwerke.
Über ökologische Geldanlagen ermöglichen wir Bürgerinnen und Bürgern die Partizipation an der Energiewende. Kommunen und Landkreise schätzen unsere Kompetenz in der Beratung und Umsetzung von Klimaschutzstrategien.

»Ökologische Geldanlagen

Aus der Region für die Region

Bürgerenergie ist meist regional verankert, in Gemeinden, Städten, Kreisen oder Regionen. Dies stiftet gemeinsame Identität und schafft Akzeptanz. Nachhaltige Entwicklung und Wertschöpfung in der Region haben entsprechend einen hohen Wert.

Wo immer möglich kooperieren wir bei unseren Projekten mit lokalen Akteuren vor Ort. Dies können örtliche Energiegenossenschaften oder Stadtwerke sein, ebenso wie mittelständische Unternehmen. Wir sind bestrebt, einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung in der Projektregion zu belassen, z.B. durch die Kooperationen mit regionalen Bau- und Wartungsunternehmen. Wenn möglich und gewünscht eröffnen wir lokalen Genossenschaften und Kommunen weitreichende Beteiligungsmöglichkeiten. Dies schafft nicht nur bessere Akzeptanz sondern entspricht auch unserem Anspruch der dezentralen, bürgernahen Energiewende.

»Kommunale Energieberatung

»Praxisbeispiel Bürgerwindpark Südliche Ortenau

»Bürgerwindpark Südliche Ortenau erhält Best Community Award

Die Akteure

Bürgerenergie ist vielfältig: Privatleute, Landwirte und juristische Personen unterschiedlicher Rechtsformen (wie Vereine, Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Energiegenossenschaften, GmbH & Co. KG) – jedoch keine großen Konzerne.

Als Tochter der Umweltorganisation Green City e. V. ist die Green City AG satzungsgemäß dem übergeordneten Ziel, Erneuerbare Energien auszubauen, verpflichtet. Der Ursprung der Unternehmensgruppe liegt in der Umweltbewegung, unser Antrieb ist Klimaschutz, nicht Gewinnmaximierung. Seit der Unternehmensgründung haben wir die Green City AG konsequent ausgebaut und in den Chancenmärkten strategisch gut positioniert. Heute ist das Unternehmen ein effektiver und nachhaltig profitabler Akteur zur Umsetzung der Energiewende in Bürgerhand.

Bürgerenergie aktiviert und demokratisiert Wirtschaft und Gesellschaft

Bürgerenergie ist Ausdruck einer weitgehenden Demokratisierung von Wirtschaftsprozessen und spielt daher die entscheidende Rolle für eine ethisch und sozial verantwortliche Energiewende. Sie ist damit für die Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft von höchster gesellschaftspolitischer Relevanz.

Genau dazu leisten wir als Green City unseren Beitrag – mit Leidenschaft für 100% Erneuerbare Energien! Unser Ansatz lautet »Wir machen’s einfach«. Wir verstehen uns als Schrittmacher für eine neue Energieperspektive und leben diesen Pionier- und Unternehmergeist jeden Tag.

Begriffsbestimmungen

Bürgeraktiengesellschaft, Bürgeraktie

Durch die Ausgabe von Bürgeraktien verfolgt die Green City AG das Ziel, eine breite Streuung des Aktienbesitzes durch möglichst viele Aktionäre zu erreichen. Der Verein Green City e.V. behält weiterhin die Sperrminorität an der Green City AG und setzt die ökologischen Leitplanken. Zugleich öffnet sich das Unternehmen für neue Aktionäre und lebt das eigene Motto »Energie in Bürgerhand«.

Die Green City AG gehört den Aktionären, sie sind direkt am Unternehmen beteiligt und nicht nur Kapitalgeber. Die Bürgeraktie bietet eine bewährte Struktur, um Eigentum und Mitbestimmung auf sehr viele Schultern zu verteilen. Eine kleine Stückelung ermöglicht fast allen Menschen die Partizipation. Zukünftig sollen sich rund zwei Drittel der Aktien im Streubesitz befinden (siehe Grafik).

Bürgerkraftwerke, Bürgerwindpark

Der Begriff Bürgerwindpark benennt Projekte zur Realisierung eines Windparks, bei denen der vor Ort lebenden Bevölkerung eine Beteiligung an dem Projekt angeboten wird. Ein Ziel dabei ist es, Menschen, die in der Nähe des Windparks wohnen, eine attraktive Geldanlage (und eine Kompensation für mögliche Einbußen an Lebensqualität) zu bieten (Quelle: Wikipedia). Der Begriff Bürgerkraftwerke bezieht sich im gleichen Kontext auf alle Erneuerbare Energien-Anlagen wie z.B. Solarkraftwerke.
Gemeinsam mit unseren rd. 6.000 Anlegerinnen & Anlegern haben wir schon viel bewegt. Hunderte unserer regenerativen Kraftwerke speisen täglich Tausende Kilowattstunden Ökostrom ins Stromnetz ein. Zu deren Finanzierung hat die Green City AG 23 geschlossene Publikumsfonds aufgelegt und Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zur Beteiligung angeboten. Ein Beispiel im Bereich Windenergie ist der Windpark Bayerischer Odenwald. Seit 2011 konzentrieren wir uns auf unsere Kraftwerksparks, die mehrere Erneuerbare-Energien-Anlagen bündeln und als festverzinsliche Anleihen konzipiert sind.

»Zu unseren ökologischen Geldanlagen

»Zum Kraftwerkspark III

 

„Wer in kurzzeitigen Dimensionen denkt und handelt, muss sich den Gesetzen des fossil angefeuerten Industrialisierungsprozesses weiter anpassen. Wer hingegen die Zukunft anders gestalten will, als die dominanten Entwicklungslinien vorschreiben, der darf nicht gebannt sein von dem, was ist. Er muss erfassen, was kommen muss — und wie es kommen kann.“ Hermann Scheer

 

In eigener Sache: Die Energiewende macht sich nicht von alleine

Eine Haltungsfrage – Die Energiewende einfach machen

Dieses Zitat des energiepolitischen Vordenkers Hermann Scheer ist der Green City-Familie wie auf den Leib geschrieben. Seit jeher verfolgen wir bei Green City unsere Ziele mit dem Selbstverständnis, die Dinge einfach anzupacken, statt darüber zu lamentieren, dass die Wirklichkeit anders ist, als wir sie uns wünschen. Nachhaltige Mobilität statt motorisierter Individualverkehr. Lebenswerte Stadt statt Betonwüste. Sonne, Wind und Wasser statt Kohle, Öl und Kernkraft.

 

Nach dem Motto „Wir machen’s einfach!“ haben wir in den letzten 25 Jahren zahlreiche Kampagnen, Projekte und Initiativen angestoßen, um zu zeigen, wie es auch anders gehen kann. Green City ist Zeugnis dieses Ansatzes und Ergebnis der Überzeugung, dass effektiver Klimaschutz und eine zukunftsfähige Energieversorgung nur durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu erreichen sind. Um es mit den Worten Herrmann Scheers zu sagen: dass die Energiewende kommen muss und wie sie kommen kann.

Bürgerschaftliches Engagement – Antrieb von unten

 

Die Wurzeln von der Green City AG reichen tief in die Umweltbewegung hinein, seit einem Vierteljahrhundert setzt sich die gemeinnützige Umweltorganisation Green City e.V. unter anderem für den Klimaschutz ein. Die Green City AG ist als Tochterunternehmen ein wirkungsvolles Instrument, um dieses Ziel auch zu erreichen. Seit nunmehr 10 Jahren projektieren und bauen wir Erneuerbare-Energien-Anlagen, bis dato rund 300 an der Zahl.

 

Um den Ausbau der Erneuerbaren jetzt sinnvoll und zielstrebig voranzutreiben, ist die aktive Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger nötig. Nur so entsteht die kritische Masse, die notwendig ist, um die gesellschaftspolitische Herausforderung Energiewende zu meistern. Aktive Unterstützer werden zu Treibern, zur bewegenden Kraft. Das Potenzial ist bei den breit gestreuten Sympathien für die Zukunftsenergien gewaltig. Akteure wie die Green City-Gruppe sowie die zahlreichen Bürgerinitiativen und Energiegenossenschaften müssen die Menschen nun mitreißen und Angebote machen, wie sich jeder engagieren kann.

 

Dies beantwortet auch die zentrale Frage, wer die geeigneten, handlungsfähigen und unabhängigen Träger sind, die die Energiewende umsetzen wollen und können? Es sind wir alle selbst.

Unser Ziel – 100 Prozent Erneuerbare Energien in Bürgerhand

 

Zur Unternehmensgründung 2005 schien unsere Vorstellung noch utopisch — ein dezentrales, im Besitz breit gestreutes Energiesystem in Bürgerhand. Heute wissen wir: Diese Vorstellung ist denkbar und machbar geworden. Beim Blick auf unsere eigene Entwicklung erkennen wir: Zahllose kleine Realisierungen können sich zu einem großen Ganzen bündeln. Alle Beispiele zeigen: Die Hürden sind im Kern nicht technischer oder wirtschaftlicher Art. Es kommt auf Erkenntnisse und Einstellungen an, die Initiativen entfesseln.

 

Unter dem Strich ist es doch ganz einfach: Je mehr und unmittelbarer in Erneuerbare Energien investiert wird, desto eher schrumpft die Rolle der konventionellen Energiewirtschaft. Und was bleibt? Die Erkenntnis, dass sich die Energiewende nicht von alleine macht. Packen wir es an!

 

Hinweis: Diese Text wurde in Teilen bereits in den Hintergrundinformationen zum Kraftwerkspark II abgedruckt und bezieht sich in zentralen Aussagen auf Publikationen von Hermann Scheer sowie weitere Quellen (siehe Quellenangaben). So wurden einige Aussagen aus seinen Büchern „Energieautonomie — Eine neue Politik für Erneuerbare Energien“ sowie „Solare Weltwirtschaft, Strategie für die ökologische Moderne“ im Wortlaut bzw. in Anlehnung an den Wortlaut in diesem Plädoyer zitiert.

 

Würdigung: Hermann Scheer (1944 — 2010) war einer der prägendsten Energiepolitiker und im Bundesvorstand der SPD. Der langjährige Präsident von EUROSOLAR — der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien und Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE) sowie des Internationalen Parlamentariernetzwerkes für Erneuerbare Energien, hat sich als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Autor und wissenschaftlicher Publizist leidenschaftlich für die Energiewende eingesetzt. Im Deutschen Bundestag gehörte er zu den Initiatoren vieler Gesetze zur Förderung Erneuerbarer Energien, nicht zuletzt des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

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