Lastenräder – die Zukunft der Stadtlogistik?

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Zum 200-jährigen Geburtstag des Radls veranstalten wir von Green City e.V. dieses Jahr, zusammen mit dem ADFC München e.V. und dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums, im Rahmen der Münchner Mobilitätskultur eine vierteilige Veranstaltungsreihe rund um den Radlverkehr.

Die zweite Veranstaltung aus dieser Reihe stand dabei ganz im Zeichen der Lastenräder. Unter dem Titel „Herausforderung letzte Meile – Die große Stunde der Lastenräder“ diskutierten am Donnerstagabend, 23. Februar 2017, im Verkehrszentrum des Deutschen Museums mehrere ExpertInnen aus den Bereichen Logistik und ein Vertreter von den „Freien Lastenradlern“ über die Renaissance der Lastenräder.

Chancen…

So bieten Lastenräder Logistikanbietern, wie dem Podiumsteilnehmer Stefan Kerscher vom Kurierdienst RAPID, die Chance, die pünktliche Auslieferung ihrer Ware an den Kunden zu gewährleisten, was im von Berufsverkehr und Stau geprägten Stadtgebiet mit motorisierten Transportfahrzeugen nicht immer der Fall ist. Mit Zwischenlagern oder Mikrodepots könnte die Lastenrad-Logistik seiner Meinung nach noch weiter optimiert werden.

Ein weiterer Einsatzbereich von Lastenrädern ist die Übernahme der Endverteilung an die Haustüre (Stichwort: Letzte Meile!) von Paketdiensten, wie es im Olympiadorf bereits durch Olympiawerk geschieht. Dadurch können falsche Zustellungen weitestgehend minimiert werden: Eine Win-Win-Situation für die Paketdienste und die zirka 10.000 Bewohner des Olympiadorfs.

… und Herausforderungen

Allerdings besteht laut Johannes Reichel vom Fachmagazin LOGISTRA gerade bei der Infrastruktur für Lastenräder noch Verbesserungsbedarf, da die derzeitige Situation mit engen und überfüllten Radwegen nicht zufriedenstellend ist – die Lösung: Eigene Spuren für Lastenräder?

Weitere Kritikpunkte sind die immer noch vergleichsweise hohen Kosten für das Mieten von Lastenrädern, was bei der Diskussion vor allem Christoph Hahne von InterKEP und Urban-e bemängelte, und laut Stefan Kerscher die teils hohe Störanfälligkeit von elektrischen Antrieben.

Fazit: Potenzial vorhanden!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Durch flexiblere Mobilität als mit Kleintransportern und eine Verbesserung der Elektrifizierung und Infrastruktur vorausgesetzt, haben Lastenräder durchaus das Potenzial dem Trend von steigendem Autoverkehr in Städten entgegenzuwirken und einen großen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten.

 

Die nächste Veranstaltung der Münchner Mobilitätskultur zum Radl-Geburtstag findet am Donnerstag, 30. März 2017, statt – dann zum Thema „Radverkehr: modern und sicher!? Die Ziele der Stadtratsfraktionen“. Schau vorbei!

 

 Münchner Mobilitätskultur

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Andrea SperlingMobilität(089) 890 668 -319

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