Bildung 15. April 2021

Green City Jugend: Das Müllproblem

Stell Dir die dreifache Größe Frankreichs vor: Das entspricht ungefähr der Größe des Great Pacific Garbage Patch, dem größten Müllstrudel in unseren Ozeanen.

Doch woher kommt der ganze Müll, wie viel davon erzeugen die Menschen in Deutschland und welche Auswirkungen hat Mikroplastik auf uns und unsere Umwelt? Antworten darauf fanden die Teilnehmer*innen des Green City Jugendworkshops am 08.  April 2021.

Abfallaufkommen in Deutschland

Pro Person fallen jährlich ca. 455 kg Müll an, Tendenz steigend (Zahlen aus 2018). Mit der Zunahme des Mülls steigt auch das Entsorgungsproblem. Überraschend ist, dass Deutschland beim Recycling unter dem Europäischen Durchschnitt liegt. Müll, der nicht recycelt wird, wird verbrannt oder exportiert. Und für den Export bekommt Deutschland sogar Geld! Dieser Export ist mit vielen Problemen wie schlechten Arbeitsbedingungen, fehlendem Umweltschutz, niedrigem Lohn und auftretenden Gesundheitsproblemen verbunden.

Um dieses Problem zu lösen, wurde dieses Jahr eine Verschärfung der Plastikmüllexporte durch das Basler Übereinkommen von 2019 in Kraft gesetzt. Zudem werden neue Technologien und Geschäftsmodelle entwickelt, um den Müll lokal zu verarbeiten. Wichtige Rohstoffe bleiben so vor Ort und können weiterverarbeitet werden. Die Schwierigkeit dabei ist, dass eine Kreislaufwirtschaft, welche momentan nur in Nordeuropa umgesetzt wird, noch nicht sehr effektiv ist. Um die Effizienz zu steigern, müssen sich mehr Länder beteiligen und eine bessere Mülltrennung auf lokaler Ebene stattfinden.

Mikroplastik: Von der Straße auf den Teller

Ein weiteres Problem stellt Mikroplastik (Plastikteilchen kleiner als 5mm) dar. Die größte Quelle von Mikroplastik ist der Straßenverkehr – an erster Stelle steht hier der Reifenabrieb. Das Mikroplastik gelangt über das Abwasser oder auf direktem Wege ins Meer. Je nach Dichte schwimmt es dann entweder auf der Wasseroberfläche und sammelt sich in Müllstrudeln an oder sinkt auf den Meeresboden ab, wo dann sogenannte „Mikroplastik-Senken“ entstehen. Das Mikroplastik ist dabei nicht an einen Ort gebunden, sondern kann sich durch den gesamten Ozean bewegen.

Das Plastik kann bei Tieren erhebliche Schäden hervorrufen: Sie können erkranken, es äußern sich Verhaltensänderungen und sie können sogar daran sterben. Auch für den Menschen ist Mikroplastik sehr schädlich. Das Plastik kann auf verschiedenen Wegen in unseren Körper gelangen. Das meiste nehmen wir mit unserer Nahrung auf.

Es wurden schon Bakterien entdeckt, die Mikroplastik abbauen können. Diese könnten beispielsweise in Kläranlagen oder kontaminierten Gebieten eingesetzt werden. Unklar ist hierbei noch, ob sie das Plastik wirklich komplett abbauen. Außerdem fallen beim Abbau als Nebenprodukt Treibhausgase wie CO2 und CH4 (Methan) an.

Im Kampf gegen Mikroplastik und das Müllproblem ist es sehr wichtig zuerst die Quellen zu identifizieren, ein Bewusstsein dafür zu erzeugen und schließlich Richtlinien und Verordnungen für die Problemlösung zu schaffen.

Aktiv gegen Müll

Du möchtest aktiv werden und etwas gegen das Müllproblem tun? Dann ist unser Zero Waste Workshop „Act for SDGs: Ziele für eine bessere Welt – klimagerecht in die Zukunft“ das Richtige für dich!

Die BNE-Mitmach-Workshops zu den SDGs für Jugendliche finden am Freitag, den 07. Mai 2021 von 15:00 bis 17:30/18:00 Uhr online auf der Videoplattform BigBlueButton statt. Die Workshops richten sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren.

Hier geht es zur Anmeldung

Weiterführende Links und Informationen zum Thema Plastikmüll:

Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik (Fraunhofer Umsicht)

Plastikatlas der Heinrich Boell Stiftung

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