München mobil: Kommentar zum Leitantrag der SPD

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Green City begrüßt ausdrücklich den Leitantrag der Münchner SPD “München mobil: Neue Perspektiven für einen leistungsfähigen und umweltfreundlichen Verkehr in München”. Gleichzeitig erwarten wir uns mehr Mut zu einem nachhaltigen, urbanen und attraktiven Mobilitätsangebot durch die konsequente Förderung des Fuß- und Radverkehrs.

Lest im Kommentar, wie unser Mobilitäts-Team die von der Münchner SPD favorisierten Maßnahmen beurteilt:

Kommentar

Als Kernstück des Leitantrages steht für uns die angestrebte Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs zugunsten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Hierbei begrüßen wir die angestrebte Kooperation zwischen Stadt und Umland in der europäischen Metropolregion München, um gemeinsam große Weichenstellungen zum flächendeckenden Ausbau des ÖPNV voranzubringen. Für das Stadtgebiet München ragt für uns der Aufbau tangentialer Verbindungen heraus, die das sternförmig auf das Zentrum zulaufende ÖPNV-Netz entlasten und die Wegzeiten für Pendlerinnen und Pendler verkürzen würden. Wichtig dabei sind flankierende Maßnahmen wie der Ausbau des gesamten S-Bahnnetzes, Taktverdichtungen bei S-Bahn, U-Bahn und Tram, sowie Tram- und Busbeschleunigungen. Wir begrüßen den Mut der SPD, hierfür separate Spuren auszuweisen. Gleichzeitig fordern wir eine eindeutige Abkehr von der 2. Stammstrecke, die das Problem der zentrumsorientierten Ausrichtung massiv verschärfen und wichtige Finanzmittel für die Ertüchtigung des Gesamtnetzes abziehen würde. Angesichts des Drucks der Bevölkerungszunahme sind notwendige Tangentialverbindungen, eine durchgehende Ringbahn, sowie innerstädtische Linien mit erheblich geringerem Zeit- und Kostenaufwand durch den Ausbau der Tramlinien realisierbar, als durch den Bau von U-Bahnen. Deren Neubau sollte daher zugunsten der Trambahnen zurückgestellt werden.

Wir begrüßen sehr, dass die SPD München den Ausbau von Park&Ride und Mobilitätsstationen, verknüpft mit Leihradsystemen und Car-Sharing, vorantreiben will. Genannt werden intelligente Ticketsysteme, die bereits vor den Stadtgrenzen finanzielle Anreize zum Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV setzen. Die Münchner SPD sollte jedoch mit einer längst überfällige Gesamtmobilitätskarte für die Metropolregion München einen Schritt weiter gehen, um einen einfachen, gemeinsamen Zugang zu ÖPNV, Car-Sharing und Leihfahrrad-Services zu bieten. Gekoppelt mit einem dynamischen, optimal auf das individuelle Mobilitätsverhalten abgestimmten Preissystem könnten damit Neukundenpotentiale generiert und Nutzungshürden abgebaut werden. Dies sollte mit dem konsequenten  Ausbau des Handytickets und die Einbeziehung neuer Kommunikationstechnologien einhergehen.

Neben dem detailliert dargestellten Ausbau des ÖPNV sehen wir vor allem die Notwendigkeit eines ebenso engagierten und konkreten Vorgehens bei der Förderung des Fuß- und Radverkehrs. In München werden rund die Hälfte der täglichen Arbeits-, Freizeit- und Einkaufswege zu Fuß oder mit den Rad zurückgelegt. Auf diese erfreulichen Zahlen muss aufgebaut werden. Dabei ist uns eine Staffelung der Ziele wichtig. So bietet der Ausbau des ÖPNV eine mittel- bis langfristige Perspektive, die mit hohen Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeugbestand zu erkaufen sein wird. Dem gegenüber wäre der konsequente Ausbau des Fuß- und Radverkehr kurzfristig, kostengünstig und nachhaltig zu realisieren sowie leichter an zukünftige Entwicklungen anzupassen. Diesem Umstand sollte die Münchner SPD Rechnung tragen und den Fuß- und Radverkehr als oberste Priorität in ihrem Verkehrskonzept ansiedeln.

In einer wachsenden und prosperierenden Stadt wie München kommt dem Wirtschafts- und Versorgungsverkehr eine essentielle Bedeutung zu. Wir erwarten uns von der SPD München die Courage, deutliche Verlagerungen vom motorisierten Individualverkehrs anzustreben, damit die wichtigen Verkehre fließen können. Dies beinhaltet auch eine radikale Reduktion des ruhenden Privatverkehrs zugunsten von Haltezonen für den Liefer- und Versorgungsverkehr und barrierefreie Mobilitätsstationen für alle Münchnerinnen und Münchner.

Wir sind uns sicher, dass mit einem breit gefächerten Strauß an Maßnahmen, die der Nahmobilität und dem Umweltverbund den Vorrang geben, ein sozial-gerechtes, nachhaltiges und urbanes Mobilitätsangebot in einer auf begrenztem Raum wachsenden Metropole gewährleistet wird, das den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger Rechnung trägt. Wir möchten die Münchner SPD ausdrücklich ermutigen, mit politischem Willen und visionärem Blick Erfolgsgeschichten im Verkehrssektor zu schreiben und München eine Führungsposition in Europa zu geben.

 

 

Kontakt

Andreas SchusterLeitung Mobilität(089) 890 668 -319Video: "Kurz gefragt"

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