Pressemitteilung

München, den 27. April 2016

Kampagne zur Luftreinhaltung gestartet: Saubere Luft und Grün für Haidhausen!

Den Luftschadstoffen den Kampf ansagen. Mit einer Kampagne informiert die Umweltschutzorganisation Green City e.V. gemeinsam mit den Partnern Palas und der Ludwig-Bölkow-Stiftung die BürgerInnen Haidhausens über die gefährlichen, gesundheitsschädlichen Folgen schlechter Luft. Vor allem die Lungen von Kindern werden durch die Partikel stark geschädigt.

Luftschadstoffe, die unsichtbaren Krankmacher, entstehen in Städten zu einem großen Teil im Straßenverkehr durch Verbrennungsmotoren. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind fatal. „Die Partikel reizen die Atemwege und gelangen tief in die Lunge. Eine erhöhte Sterblichkeit oder verkürzte Lebenserwartung, die Zunahme an Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen sind die Folge“, sagt Dr. Josef Cyrys vom Institut für Epidemiologie II des Helmholtz Zentrums München. In Deutschland sterben jährlich rund 50.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von zu hoher Feinstaubbelastung.

Die Befunde alarmierten Oliver Freitag aus Haidhausen. Der dreifache Vater stieß bei seinen Recherchen auf Studien, die „zeigen, dass die Lungenfunktion von Großstadtkindern weniger entwickelt ist als von Kindern, die in ländlichen Regionen aufwachsen. In Kinderlungen lagert sich pro Quadratzentimeter mehr Feinstaub ab als bei Erwachsenen. Zudem sitzen die Kinder weiter unten und atmen daher mehr Partikel ein“, weiß Freitag. Alarmiert durch diese Erkenntnisse entwickelte er gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Green City e.V. und den Partnern Palas GmbH und Ludwig-Bölkow-Stiftung eine Kampagne für saubere Luft mit Informationsabenden, Broschüren und täglichen Messungen in Haidhausen

„Uns hat die Idee einer gezielten Informationskampagne für einen Stadtteil sofort gepackt“, sagt Andreas Schuster von Green City e.V., „denn wir widmen uns schon seit vielen Jahren dem Thema Luftverschmutzung. Leider wird das Gefährdungspotential weder in der Bevölkerung noch bei den Politikern richtig erkannt.“ „Umso unverständlicher ist es, dass weder der Freistaat, noch die Stadt München Regularien und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Münchner BürgerInnen durchsetzen“, so Schuster.

Entgegen der Prognosen sind die verkehrsbedingten Schadstoffemissionen der letzten Jahre in München immer noch viel zu hoch. Beispielsweise liegt die Stickstoffdioxidbelastung am Mittleren Ring aber auch am Stachus seit mehr zehn Jahren weit über dem erlaubten Jahresgrenzwert. Diese Entwicklung geht wesentlich auf den steigenden Anteil von Diesel-Pkw mit unzureichender Abgasreinigung zurück. Bei der Feinstaubbelastung ist in den letzten Jahren zwar eine Besserung eingetreten, doch die Belastungshöhe der Tagesmittelwerte von bis zu 80 Mikrogramm/m³ bildet immer noch ein gesundheitliches Risiko. Denn laut Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation verkürzt mit Feinstaub belastete Luft die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland um etwa zehn Monate. „Es gibt keine Feinstaubkonzentration, die unschädlich ist“, sagt Dr. Werner Zittel von der Ludwig-Bölkow-Stiftung. „Hinzu kommt, dass nur an sehr wenigen ausgewählten Stellen in München gemessen wird. Wir brauchen ein dichteres Netz an Messstationen, um auf einer breiten Datenbasis wirkungsvolle Maßnahmen entwickeln zu können.“

Die Partikel- und Lasermesstechnik Palas GmbH stellt für die Kampagne ein mobiles Feinstaubmessgerät. Täglich werden damit die Werte direkt in Haidhausen, vor den Türen der BürgerInnen und auf den Schulwegen der Kinder gemessen. „Das eingesetzte Messsystem Fidas® Frog der Firma Palas® GmbH basiert auf der im Fidas® 200 für die behördliche Überwachung der Feinstaubwerte im Außenbereich zugelassenen und zertifizierten Technik und ermöglicht somit eine präzise und qualitätsgesicherte Erfassung der Feinstaubkonzentrationen“, so Karsten Pletscher, Division Manager Environmental Monitoring Palas GmbH.

Andreas Schuster fasst die Ziele der Kampagne zusammen: „Es geht uns um eine detaillierte Information der Haidhauser BürgerInnen. Luftschadstoffe dürfen nicht klein geredet oder hinter Grenzwerten versteckt werden. Zusammen mit engagierten BürgerInnen werden wir Wege finden, um Druck auf die Politik auszuüben. Wir lassen uns nicht länger hinhalten, wenn es um Maßnahmen für unsere Gesundheit und die unserer Kinder geht.“

Die Aktionen zur Luftreinhaltung sind Teil der Kampagne #MucOhneMief, mit der sich Green City e.V. für eine neue Verkehrskultur in einem lebenswerten München einsetzt.

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