Klimaschutz 11. März 2021

Zehn Jahre danach: Die Atomkatastrophe von Fukushima und ihre Folgen

Zum Jahrestag werfen wir einen Blick zurück: Ein Erdbeben gefolgt von einem Tsunami löste am 11. März 2011 an der Ostküste Japans eine atomare Katastrophe aus. Es kam zu Kernschmelzen in drei Blöcken des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi sowie zu mehreren Explosionen, die die Gebäude des AKWs schwer beschädigten. Die Auswirkungen der Kernschmelze und der Gebäudeschäden waren verheerend. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt. In der Umgebung wurden Luft, Boden, Gewässer und Nahrungsmittel kontaminiert. Über 120.000 Menschen mussten die Gegend teils temporär, teils dauerhaft verlassen.

Die EU führte als Reaktion auf diese Katastrophe freiwillige Tests ein, deren Ergebnisse erstmals im Oktober 2012 veröffentlich wurden. Der Bericht zeigte, dass in beinahe allen europäischen Atomkraftwerken Sicherheitsmängel und Defekte festgestellt wurden und der Standard der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht immer eingehalten wurde.

Proteste für die Abschaltung von AKWs von Green City

In Deutschland gingen damals hunderttausende Menschen auf die Straßen, um die Abschaltung der Atomkraftwerke im eigenen Land zu fordern. Auch in München: Bereits im September 2010 organisierten wir die Anti-Atomkraft-Demos am Münchner Stachus. Damals konnten Engagierte Vorträge halten, Diskussionen anstoßen sowie Gedichte und Lieder zum Thema vortragen. Im März 2011 mobilisierten wir mit viel ehrenamtlicher Unterstützung mehr als 4.000 Menschen, die an der Demonstration teilnahmen –  ein Rekord.

Die Teilnehmenden demonstrierten unter dem Motto „Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten“ für den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Die Proteste hatten Erfolg: Am 30. Mai 2011 beschloss Angela Merkel – zunächst Befürworterin der Atomenergie – mit ihrer Regierung den Ausstieg. Seit 2015 gehen nach und nach die Kraftwerke außer Betrieb: Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen C (Bayern) sollen im Dezember 2021 vom Netz gehen. Drei weitere, Emsland (Niedersachsen), Isar 2 (Bayern) und Neckarwestheim II (Baden-Württemberg), werden im Dezember 2022 abgeschaltet.

Unser Fazit: Nur Erneuerbare Energien sind zukunftsfähig

Trotz geringer CO2-Emissionen überwiegen schlussendlich die Nachteile der Kernkraft: Atomkraftwerke sind häufig unzuverlässig und leicht anfällig für Störungen. Seit 2011 hatten die 16 Atomkraftwerke in Deutschland im Durchschnitt über ihre Lebensdauer mehr als 1.110 Ausfallstunden.

Der Rohstoff Uran wird überwiegend im Tagebau oder in Bergwerken gewonnen. Dabei gelangen in den Abbauregionen oftmals große Mengen Sickerwasser mit radioaktiven und giftigen Stoffen in Flüsse, Seen oder ins Grundwasser. Der Wind verteilt radioaktiven Staub in der Umgebung. Auch die Frage der Entsorgung des Atommülls weitestgehend ungeklärt und unsicher. Verwahrt werden muss der Abfall etwa eine Million Jahre.

„Der Ausbau der Erneuerbaren Energien darf seitens der Bundesregierung nicht mehr blockiert werden. Insbesondere Photovoltaik und Windkraft müssen in Kombination mit Speichersystemen und smarter Steuerung bis 2035 zu 100 Prozent Erneuerbare ermöglichen,“ sagt unser Geschäftsführer Martin Glöckner zur Thematik. Nur dann ist unsere Energieerzeugung nachhaltig und sicher.

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