Bildung 10. August 2026

Fürs Klima zählt mehr als Regionalität

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Klar, regional einzukaufen ist gut fürs Klima. Aber wusstest Du, dass eine regional produzierte Tomate aus einem beheizten Gewächshaus rund 15-mal klimaschädlicher sein kann als eine saisonale Freilandtomate? Wer sich klimafreundlich ernähren möchte, sollte deshalb nicht nur auf Regionalität achten, sondern auch wissen, was gerade Saison hat. Warum das einen großen Unterschied macht und wie sich eine regionale und saisonale Ernährung ganz unkompliziert in den Alltag integrieren lässt, zeigen wir Euch in diesem Beitrag.

Regional & Saisonal

Nur 15 % des Obsts, das bei uns verzehrt wird, wird in Deutschland erzeugt und nur 36 % unseres Gemüses. Während es natürlich auf der Hand liegt, dass beim Import von nicht-heimischen Obst- und Gemüsesorten viel CO₂ produziert wird, ist ein anderer klimaschädigender Faktor in der Produktion weniger bekannt: Gewächshäuser, in denen zwar regional, aber eben nicht saisonal angebaut wird, werden oft mit fossiler Energie beheizt.

  • Regionale Freilandtomate: belaste das Klima mit nur ca. 0,3 kg CO₂-Äquivalenten pro Kilo.
  • Tomate aus dem konventionell beheizten Gewächshaus: verursacht etwa 5 kg CO₂-Äquivalente pro Kilo.

Das klimaschädlichste nicht-regionale Obst ist übrigens die Ananas: Pro Kilo Ananas fallen 15 Kilogramm CO₂-Äquivalente an. Das entspricht dem CO₂-Ausstoß eines benzinbetriebenen Kleinwagens auf einer Strecke von München nach Augsburg – für nur 1.000 g Obst! Mit demselben CO₂-Budget könnten wir stattdessen 375 kg regionale Äpfel genießen.

Regionalität und Saisonalität sind also entscheidende Hebel, um den CO₂-Fußabdruck Deines Einkaufs zu senken. Einen praktischen Überblick und schnelle Hilfe bietet dabei ein übersichtlicher Saisonkalender.

Praktische Tipps für Deinen Alltag

Doch wie kommt man nun einfach und ohne großen Mehraufwand an regionale und saisonale Lebensmittel? Und wie kocht man eigentlich abwechslungsreich mit Mairübchen, Weißkohl oder Topinambur? Das Kartoffelkombinat, eine genossenschaftliche Gärtnerei mit 140 Abholstationen in und um München, bietet die passende Antwort!

Mitglieder können wöchentlich eine Kiste mit vielfältigem Gemüse abholen, die direkt zu einer Abholstation in Deiner Nähe geliefert wird. Außerdem hat das Kombinat eine umfangreiche Rezeptsammlung erstellt, deren Hauptzutaten frisch in der Gärtnerei in Mammendorf wachsen. Auch den Instagram-Kanal des Kombinats können wir Dir sehr empfehlen: Dort werden wöchentlich die Erträge vorgestellt, sodass Du direkt siehst, welche Leckereien diesmal in Eurer Kiste gelandet sind.

Wenn Du mit regionalen Produkten ganz neue Geschmäcker erleben willst, empfehlen wir Dir außerdem das Kochbuch „Heilsam kochen mit Ayurveda“: Dort kombinieren die Autor*innen regionale Zutaten mit ayurvedischen Gewürzen – wahnsinnig lecker!

Regionaler Genuss für den Wandel

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stammt etwa ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen weltweit aus unseren Ernährungssystemen. Ernährung ist also einer der Bereiche, in denen wir unseren Alltag besonders einfach klimafreundlicher gestalten können – ganz ohne auf Genuss verzichten zu müssen.

Gleichzeitig braucht es natürlich politische Rahmenbedingungen, die eine nachhaltige Ernährung für alle einfacher und erschwinglicher machen. Bis dahin gilt: Jede regionale und saisonale Mahlzeit ist ein wertvoller Beitrag – und oft auch eine tolle kulinarische Entdeckung!

Ansprechpersonen

Veronika Fröhlich(sie/ihr)
Leitung Bildung
Bildung & Urbanes Grün
+49 89 890 668 - 330
Katharina Lindemann(sie/ihr)
Stellvertretende Leitung Bildung
+49 89 890 668 - 327

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