Urbanes Grün 18. November 2020

Zukunftsvisionen für ein klimaangepasstes südliches Bahnhofsviertel

„Grüner wird´s nicht – oder doch?“ war eine der Fragen, um die sich unsere Dialogveranstaltung „Zukunftsvisionen für ein klimaangepasstes südliches Bahnhofsviertel“ gedreht hat. Bei der Veranstaltung ging es um Visionen für das Jahr 2040. Im südlichen Bahnhofsviertel. Sprich um Orte wie zum Beispiel die Schwanthaler- oder Landwehrstraße. Orte, die man an heißen Sommertagen als Fußgänger besser meidet, weil Lärm, Abgase und Hitze zur echten Belastung werden.

Mit Anwohner*innen, Gewerbetreibenden, Hauseigentümer*innen, und weiteren Interessenten des Viertels wollten wir ins Gespräch kommen, ihre Wünsche und Bedürfnisse erfassen sowie verschiedene Zukunftsvisionen diskutieren. Dabei hat uns besonders interessiert, welche Entwicklungen im Südlichen Bahnhofsviertel wünschenswert sind und welche Optionen die Teilnehmer*innen sehen, dass das Viertel zu einem lebenswerten, klimaangepassten Quartier wird.

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hat für die Veranstaltung je zwei Zukunftsbilder an folgenden Orten entwickelt: Die Schwanthalerstraße/ Ecke Paul-Heyse-Straße, das Dach der SABEL Schulen, ein Innenhof an der Goethestraße und die Landwehrstraße. Die Bilder und Texte stellen verschiedene Szenarien dar, wie zum Beispiel verschattete, begrünte Fußgängerzonen, in denen man sich gerne aufhält, Beete, an denen gemeinschaftlich gegartelt wird oder Hinterhöfe, die zur grünen, urbanen Oase werden (siehe Grafiken).

Schwanthalerstraße Variante 1: So könnte die Schwanthalerstraße 2040 aussehen: mit Schatten spendenden Bäumen, breiten Rad- und Fußwegen und Co-Working spaces.

Schwanthalerstraße Variante 2: Sie könnte aber auch so aussehen: Begrünte Fassaden, Pflanzkübeln in den Straßen und private Initiativen, die Begrünung vorantreiben.

Teilnehmer*innen sind sich einig: Das südliche Bahnhofsviertel muss grüner werden!

Neben verschiedenen technischen Lösungen und unterschiedlichen Formen, wie Bürger*innen beteiligt wären, enthielten alle Bilder eine Gemeinsamkeit: Elemente, um die Hitzebelastung, die sich mit dem Klimawandel zukünftig verstärken wird, zu beschränken. Denn davon ist das Quartier    aufgrund von hoher Versiegelung, fehlender Begrünung und Schatten spendender Bäume besonders betroffen. Stadtgrün kann hier Abhilfe schaffen: Bepflanzte Flächen, begrünte Dächer und Fassaden sowie Bäume kühlen durch die Verdunstung von Wasser. Zusätzlicher Schatten mindert die Hitzeeinstrahlung und innovative Energiesysteme beugen dem Klimawandel vor.

Die Teilnehmer*innen waren dazu aufgefordert, ihre Eindrücke und Meinung zu den Bildern zu äußern. Dabei entstanden viele angeregte Diskussionen und es zeigte sich, welche der Vorschläge wirklich realisierbar erschienen und wie man sie umsetzen könnte. Einige Kritikpunkte gab es auch. Zum Beispiel, dass die Bilder eine zu einseitige Bevölkerungsschicht zeigen. Oder dass Eigentümer auch Angst vor Vandalismus haben, wenn sie ihre Flächen der Öffentlichkeit zugänglich machen würden. Einig waren sich aber alle darin, dass das südliche Bahnhofsviertel deutlich grüner werden muss.

Landwehrstraße Variante 1: hitzeresistente Baumarten und geschmackvolle Baumscheibenbepflanzung säumen eine Fußgängerzone. Zugang für Lieferfahrzeuge und Anlieger wäre natürlich möglich.

Landwehrstraße Variante 2: Mit einer Verkehrsberuhigung wird Platz für kreative Nutzungen des öffentlichen Raumes für privates Grün gewonnen. Der Blick auf die Paulskirche ist von an den Häuserfassaden wachsenden Kletterpflanzen eingerahmt.

Auch Fragen und Möglichkeiten der Finanzierung haben wir diskutiert. Die Stadt München fördert private Begrünungsmaßnahmen (weitere Infos gibt es hier). Aber auch über Wettbewerbe, Vereine oder Kooperationen könnten finanziell Projekte unterstützt werden.

Klar geworden ist, dass dringend Maßnahmen umgesetzt werden müssen, um die Hitzebelastung während des Sommers zu verringern. Und dass damit nicht bis 2040 gewartet werden darf.

Haben Sie Fragen zu dem Projekt oder zu Begrünungsmaßnahmen? Wenden Sie sich an unser Begrünungsbüro (Kontakt unten).

 

Zum Begrünungsbüro

 

Begrünungsbüro, Green City e.V., gefördert vom Referat für Gesundheit und Umwelt 

 

Kontakt

Wolfgang HeidenreichBegrünungsbüro+49 89 890 668 - 320
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