Die Kleidung, die wir tragen, ist immer auch ein politisches Statement. Kleidung begleitet uns jeden Tag – oft ganz selbstverständlich. Doch hinter jedem Shirt und jeder Jeans steckt ein hoher Verbrauch an Wasser, Energie und Chemikalien. Vom Anbau der Fasern über die Produktion und den Transport bis hin zur Wäsche zu Hause entstehen vielfältige Belastungen für Umwelt und Ressourcen. Gleichzeitig landen jedes Jahr rund 92 Millionen Tonnen Textilien im Müll – viele davon kaum getragen. Möglich macht das ein System, das auf extrem schnelle Produktion und niedrige Preise ausgerichtet ist: Bei der sogenannten Ultra-Fast-Fashion erscheinen täglich tausende neue Artikel auf Online-Plattformen. Unternehmen wie SHEIN oder Temu bringen Trends in Rekordzeit vom Bildschirm in den Kleiderschrank und sorgen so dafür, dass Kleidung immer schneller gekauft und ebenso schnell wieder aussortiert wird.
Dabei steckt in alter Kleidung so viel Potenzial :)
Mode braucht ein Re-Design – und genau das haben wir am 25. Juli 2026 auf der Upcycle Your Style Fashionshow gezeigt. Münchner Designer*innen und Kreative haben eine nachhaltige Kollektion aus vorhandenen Textilien erstellt und gezeigt, was entstehen kann, wenn Kleidung neu gedacht wird.
Die Fashionshow ist aus dem Projekt „Upcycle Your Style“ hervorgegangen, das wir seit mehreren Jahren mit Kleidertauschpartys und Upcycling-Workshops umsetzen. Dabei entstand die Idee, übrig gebliebene Kleidungsstücke zum Ausgangspunkt eines gemeinsamen kreativen Prozesses zu machen.
Entstanden ist ein Veranstaltungsformat, das Upcycling in einen öffentlichen kulturellen Kontext stellt. Die Fashionshow haben wir in Kooperation mit der Neuen Ziegelei umgesetzt. Hier kommen Kultur und soziales Miteinander zusammen – ein offener Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Ideen teilen, kreativ werden und ihren Stadtteil mitgestalten. Das Stadtteilkulturzentrum wurde im vergangenen Oktober eröffnet – nachhaltig konzipiert und aus recycelten Ziegelsteinen und recyceltem Beton gebaut – was würde besser zu Green City passen :)
… ist ein sozialer Ausbildungsbetrieb der berufsbezogenen Jugendhilfe in München-Haidhausen. Hier erhalten junge Frauen die Möglichkeit, eine Ausbildung zur Damenmaßschneiderin zu absolvieren und werden dabei ganzheitlich begleitet. Mit der Kollektion “Grow your world” haben die Jungdesignerinnen des ersten Ausbildungsjahrs und das Team ein Statement gegen Fast Fashion gesetzt. Die Outfits zeigen die jeweiligen Interpretationen für einen nachhaltigen ressourcenschonenden Umgang mit Bekleidung im Re-Design.
Con-Fusion: Aus Verwirrung entsteht Neues. Tradition neu interpretiert. Redesign einer chinesischen Bluse zu einem vielseitigen Alltagskleid – gefertigt aus Stoffresten und Zierbändern.
Hadern Couture: Vom Herrenhemd zur Frauenbluse. Upcycling mit neuer Silhouette. Corsagenbluse aus einem XXL-Herrenhemd – durch Smoken zum Unikat gefertigt.
Die Blaue BETTy: Vintagekleid aus alter Bettwäsche.
Something Blue: 10 Jeans = 1 Hochzeitskleid mit Accessoires.
Ousmane Diaw wuchs in einer Schneiderfamilie in Dakar (Senegal) auf und lernte das Handwerk bereits mit elf Jahren. Nach Stationen in Spanien lebt und arbeitet er heute als Designer in München. Mit seinem Label Roubs Style verbindet er afrikanische Stoffe mit europäischen Schnitten und schafft so unverwechselbare Designs. Seine Kollektionen präsentiert er auf Laufstegen und Festivals in Mailand, Rom, Berlin und vielen weiteren Städten.
Bei der Upcycle Your Style Fashionshow zeigte er seine nachhaltige Kollektion LIYA, die seiner jüngsten Tochter gewidmet ist.
LIYA
Nachhaltige Kollektion des Labels Roubs Style
SHOUT OUT AN DAS GROSSARTIGE STYLINGTEAM DER BERUFSSCHULE FÜR KÖRPERPFLEGE MÜNCHEN!
Hinter den Kulissen wurde im Akkord gepinselt, gepudert, geföhnt und geglitzert. Das Team hat mit viel Können und Engagement dafür gesorgt, dass Frisuren, Make-up und Styling perfekt auf die Designs abgestimmt waren.
Herzlichen Dank an Allessia Maestretti, Alisa Gildner, Batuhan Üstüntas, Chiara Melzl, Elvane Ilseni, Emily Stelz, Foivos Balaktis, Hanna Evers, Julia Fleischmann, Juli Rudolf, Lara Mandic, Lucia Zimmermann, Morena Matos, Nasime Rahini, Olenka Diez Chavez und Romy Lunt
Auch Nachhaltigkeitsinitiativen aus dem Stadtteil waren vor Ort vertreten, haben ihre Arbeit vorgestellt und sind mit Besucher*innen in den Austausch gegangen. Gemeinsam haben wir Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kultur und nachhaltigen Konsum in einem Veranstaltungsformat umgesetzt, das Information, Austausch und kreative Praxis zusammenführt. Dahinter steht die Überzeugung, dass Veränderung dort entsteht, wo Themen nicht nur vermittelt werden, sondern sie erlebt und mitgestaltet werden können.
„Mit der Fashionshow möchten wir einen niedrigschwelligen und zugleich wirkungsvollen Zugang zu einer komplexen Frage schaffen: Wie wollen wir mit Kleidung umgehen – und welche Verantwortung trägt Mode in einer ressourcenbegrenzten Welt?
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