Urbanes Grün 31. Juli 2020

Radtour zu nachhaltigem Konsum

Mindestens 3.000 Werbebotschaften versuchen uns jeden Tag davon zu überzeugen, dass wir das allerneueste Smartphone, die aktuellste Mode und die billigsten Lebensmittel bräuchten. Auch wenn vielen Menschen mittlerweile klar ist, dass dieser exzessiver Konsum auf Kosten Anderer und der Umwelt uns nicht langfristig glücklich macht, wollen wir trotzdem essen, gekleidet sein und kommunizieren – nur eben zukunftsfähig!

Die Radtouren zu nachhaltigem Konsum im Rahmen des Projekts „München handelt!“ zeigen Unternehmen und Initiativen, die durch Reparieren, Teilen, Wiederverwenden und anders denken den enkeltauglichen Lebensstil in München möglich machen. Das Besondere dabei: An den unterschiedlichen Stationen werden die Macher*innen und Unternehmer*innen selbst diese vorstellen und natürlich auch für Fragen zur Verfügung stehen.

Wie und wo geht das?

Unsere Radtour zu nachhaltigem Konsum im Rahmen des Projekts „München handelt!“ zeigte uns am 30. Juli Unternehmen und Initiativen, die durch Reparieren, Teilen, Wiederverwenden und anders denken den enkelkindertauglichen Lebensstil in der schönen Isarmetropole möglich machen. So haben wir bei schönem Wetter verschiedene Facetten des nachhaltigen Konsums kennen gelernt.

Das Besondere dabei: An den unterschiedlichen Stationen haben die Macher*innen und Unternehmer*innen diese selbst vorgestellt und wir durften ihnen auch noch Löcher in den Bauch fragen.

1. Second Hand statt Neu kaufen
Los ging es bei Oxfam in der Fraunhoferstraße, wo Ehrenamtliche gespendete Kleidung, Haushaltsgegenstände, Bücher, Medien und noch viel mehr verkaufen. Die erwirtschafteten Finanzmittel kommen der Nothilfe, Entwicklungsprojekten sowie der Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland e.V. zugute. Oxfam kannst Du mit Deinem Einkauf in einem der vielen Shops in München, einer Sachspende oder Deiner ehrenamtlichen Mitarbeit im Shop unterstützen kannst!

Nach dieser ersten Station machten wir uns durch die Altstadt auf den Weg zur Phoneklinik.

2. Reparieren statt Neu kaufen
Der Handy-Akku schwächelt weil Du so viel auf Instagram surfst? Dein Display ist zersplittert? Statt gleich ein neues Gerät zu kaufen, kann man das Smartphone auch reparieren lassen. Das spart nicht nur eine Menge CO2, weil kein neues Gerät hergestellt werden muss, sondern fast immer auch Geld. In München gibt es zahlreiche Läden, die sich auf die Reperatur von Mobiltelefonen spezialisiert haben und für die das Auswechseln von Display, Akku oder Ladebuchse Routine ist. Bestimmt findest Du auch in Deiner Nähe einen Shop!

Uns an etlichen Baustellen vorbeischlängelnd ging es zum Eine Welt Haus gefahren, wo gleich zwei Stationen waren: der Fairteiler von Foodsharing und der Weltladen.

3. Wertschätzung statt Wegschmeissen
Ein Drittel aller Lebensmittel weltweit wird weggeworfen! Neben Ressourcenverschwendung und Gerechtigskeitsfragen (Hunger, Armut…) ist das ein großes Problem mangelnder Wertschätzung fürs Essen.
Rette auch du Lebensmittel mit Foodsharing!

Zum von Foodsharing München e.V. betreuten Fairteiler im Eine Welt Haus dürfen alle Menschen Lebensmittel in haushaltsüblichen Mengen bringen und kostenlos von dort mitnehmen – manchmal findet man dort sogar richtige Schätze wie Schokokuchen, hat uns unser Referent verraten. Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung!
Übrigens: Nach einer kleinen Ausbildung könnt ihr selbst auch Lebensmittel von Betrieben retten – ganz legal, im Gegensatz zum Containern.

4. Fairer Handel statt billig-Mentalität
Existenzsicherende Löhne, langfristige Abnahmeverträge und menschenwürdige Arbeitsbedingungen – was für uns im globalen Norden selbstverständlich klingt, davon können beispielsweise Kakao*bäuerinnen in Ghana nur träumen. Doch was können wir als Konsument*innen schon dagegen tun?

Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten unterstützt Du die gleichnamige Handelsweise – und lecker sind die fairen Schokis von fairafric und GEPA sowieso, die Du neben vielen anderen Produkten wie Kaffee und Kunsthandwerk im Weltladen im Eine Welt Haus oder in dem in Haidhausen kaufen kannst!

Richtiges Großstadtdschungel-Feeling kam auf bei unserer etwas längeren Fahrt von der Schwanthalerstraße in die Maxvorstadt mit noch mehr Baustellen und abenteuerlichen Radwegen, was uns die dringende Notwendigkeit einer echten Verkehrswende einmal mehr vor Augen geführt hat. Wer sich für ein gut ausgebautes und sicheres Radwegenetz, attraktive Fußwege sowie bessere Takte und Verbindungen im öffentlichen Personennahverkehr einsetzen möchte, ist bei unserem Stammtisch Mobilität und Verkehrswende herzlich willkommen!

5. Zero Waste/Less Waste
Zero Waste heißt der Lebensstil, bei dem es darum geht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren – wobei es keinen Anspruch auf Perfektion gibt, weswegen er oft auch Less Waste genannt wird. Verpackungsfrei und Plastikfrei einkaufen in München geht ganz einfach im OHNE-Laden in der Maxvorstadt: Behälter mitbringen und dann einfach selbst abfüllen.

Wir haben uns mit der Referentin super über Zero Waste, Arbeiten im OHNE als Job für Studis und das Einkaufen während der Coronazeit unterhalten können. Fakt ist: Es geht! Hygiene wird in Unverpackt Läden ohnehin ganz groß geschrieben.

6. Veganismus
Unser letzter Stopp führt uns dann zur veganen Bio-Eismanufaktur IceDate. Einzig aus Cashewkernen, Datteln und Kakao/Obst für den Geschmack besteht deren leckeres Eis, das mittlerweile deutschlandweit im Denns Biomarkt sowie in München in Alnatura- und Basic-Supermärkten zu kaufen ist, wie uns unsere Referentin stolz erzählte. Zudem erfuhren wir ihren persönlichen Favoriten (Banana Crunchy) und wie sie neue Sorten kreiert. Nachdem wir so fleißig geradelt sind in der Hitze haben wir uns ein Eis aber auch wirklich verdient!

Wer nicht dabei sein konnte und die Route gerne nachfahren möchte, findet hier eine Übersicht:

Karte der Route

Klicke auf die Stecknadeln, um mehr Informationen zu den einzelnen Stopps zu erhalten.

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Links zum Thema Konsum

Förderer

Die Radtouren werden gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.