Kommentar: Echter Klimaschutz passiert lokal

München, 9. Dezember 2015 – Die Verhandlungen über ein verbindliches Klimaschutzabkommen, die seit Anfang Dezember in Paris geführt werden, kommen nur schleppend voran. Bis Freitag wollen sich Diplomaten aus 196 Ländern auf einen ehrgeizigen Nachfolger des Kyoto-Protokolls als internationale Klimaschutz-Vereinbarung einigen. Wir sind der Meinung: Effektiver Klimaschutz muss jetzt sofort losgehen! Ein Kommentar von Martin Glöckner, Geschäftsführer von Green City e.V.

Bringt Paris den erhofften Durchbruch?

Selten waren die Erwartungen an eine Weltklimakonferenz höher. Aus dem auslaufenden Kyoto-Protokoll wurde die Lehre gezogen, dass Emissionsreduktionen sowohl von Industrienationen als auch Entwicklungsländern eingefordert werden müssen. Im Gegensatz zur gescheiterten Weltklimakonferenz in Kopenhagen 2009 wurden die Nationalstaaten bereits vorab aufgefordert, freiwillige Zusagen über ihre nationalen CO2-Reduktionsziele einzureichen. Nach der ersten Verhandlungswoche sind allerdings nur verhaltene Erfolgsmeldungen zu vernehmen. Schrittweise Erhöhungen der freiwilligen Absichtserklärungen, die für das 2-Grad-Ziel zwingend notwendig sind, wurden bisher nicht zugesichert. Auch beim Ambitionsmechanismus zur regelmäßigen Evaluation der nationalen Minderungsziele ist der große Durchbruch noch nicht gelungen. Und selbst wenn die Delegierten in Paris ein weitreichendes und bindendes Klimaschutzabkommen beschließen sollten, so wird dieser Vertrag nicht vor dem Jahr 2020 von allen Nationalstaaten ratifiziert werden.

4,5 Grad Temperaturanstieg in Bayern

Während die internationale Klimadiplomatie weiter um den großen Wurf feilscht, sind die Auswirkungen des Klimawandels auch lokal spürbar. Der Klimareport Bayern 2015 kommt zu dem Ergebnis, dass sich im Freistaat bereits heute Extremwetterereignisse wie Hochwasser und Hitzetage häufen. Diese Entwicklung wird sich deutlich verschärfen, wenn der bis zum Jahr 2100 prognostizierte Temperaturanstieg um bis zu 4,5° Celsius eintritt!

Klimaschutz made in München

Es kann nicht sein, dass zwei Jahrzehnte internationaler Verhandlungen keine verbindlichen Reduktionsziele hervorgebracht haben. Wir sind der Meinung, dass Klimaschutz besser funktioniert, wenn er „bottom up“, also von unten nach oben umgesetzt wird. Deshalb setzen wir uns in München für Maßnahmen und Projekte vor Ort ein, die direkt umsetzbar sind und CO2-Emissionen unmittelbar senken. Vom Umweltbildungsprojekt mit jungen Energieforschern über unseren Radl-Shuttle bis hin zum Begrünungsbüro zeigen wir, was Jede und Jeder tun kann. Die jährlich stattfindenden Klimakonferenzen mit mehreren zehntausend teilnehmenden PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und InteressensvertreterInnen sind wichtig, um global das Bewusstsein für den Kampf gegen die Erderwärmung zu erzeugen. Echter Klimaschutz passiert aber nach wie vor lokal und wird von engagierten BürgerInnen wie Dir gelebt. Wir machen uns für das Thema stark und bauen auch 2016 auf Deine Unterstützung!

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