Urbanes Grün 5. Oktober 2020

Radtour: Urbane Gärten Münchens

Große Städte, wenig Platz – vor allem in der eigenen Wohnung und auf dem Balkon. Vorausgesetzt man besitzt überhaupt einen. Viele Münchner*innen haben keine Möglichkeit Gemüse oder Kräuter anpflanzen zu können. Zum Glück gibt es Gemeinschaftsgärten, in denen zusammen mit Gleichgesinnten gegartelt werden kann.

Am 4. Oktober führte uns deshalb eine Fahrradtour zu den Urbanen Gärten Münchens. Die Tour ist im Rahmen des Projektes „München handelt!“ entstanden und zeigt tolle Projekte in München, an denen alle Gartenfreunde voll und ganz auf ihre Kosten kommen und unsere Stadt grüner und lebenswerter machen. So haben wir geheime Spots gesehen und viel über die Urbanen Gärten Münchens gelernt. Von tollen Gemüsegärten der Essbaren Stadt, über Gartelmöglichkeiten auf einer ehemals tristen Parkfläche oder grünen Flächen zwischen Containern im Bahngarten – hier ist für jeden etwas dabei.

Das Besondere dabei: An den unterschiedlichen Stationen haben die Macher*innen und Unternehmer*innen diese selbst vorgestellt und wir durften ihnen auch noch Löcher in den Bauch fragen.

1. Kösk (Schrenkstr.8)

Das erste Ziel und Start unserer Tour ist in der Schrenkstraße 8 im KÖSK, einer kulturellen Zwischennutzung, die es seit 2014 gibt. Es ist in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring entstanden und lädt ein zu künstlerischem Schaffen und besuchen von Ausstellungen. Aber es zieht nicht nur Kunstbegeisterte in das KÖSK, denn neben den Kunstausstellungen, ist hier ein Gemeinschaftsgarten entstanden, der Gartenfreund*innen und Naturverbundene anlockt.

Mit diesem Projekt wird „Gartenkunst neu interpretiert“ – so das Kredo des KÖSK. Ein Gärtnerkollektiv, das aus einer Gruppe von Gartenbegeisterten besteht, kommt hier regelmäßig zusammen und macht den urbanen Garten zu etwas ganz Besonderem. Hier finden tolle Pflanz- und Gartenaktionen statt. Gemeinschaftliches Arbeiten und Zusammenkommen stehen an vorderster Stelle – zusammen macht es doch am meisten Spaß!

Kontakt: koesk-muenchen.de/komm-in-den-garten/

2. Interkultureller Garten IG Feuerwache (Ganghoferstr. 41)

Unser zweiter Stopp ist in der Ganghoferstraße 41. Seit 2001 gibt es dort die IG Feuerwache im Münchener Westend. Sie ist eine Jugendeinrichtung der Initiativgruppe. Teil der Einrichtung ist der Interkulturelle Garten. Hier geht es multikulturell zu. Menschen unterschiedlichster Nationalität kommen in diesem Gemeinschaftsgarten zusammen und bewirtschaften gemeinsam den Garten.

Das Gärtnern auf den 12 Beeten fördert auch die Begegnung und den Austausch der Anwohner und bringt diese durch die gemeinsame Tätigkeit zusammen. Da hier unterschiedliche Nationalitäten aufeinandertreffen, lernt man auch kulturell geprägtes Denken über die Natur und unterschiedliche Anbauweisen kennen.

Kontakt: sabine-knopf@freenet.de

3. Piazza Zenetti

Der Zenettiplatz wurde 2018 im Rahmen des Modellprojektes „City2Share“ nachhaltig gestaltet und aufgewertet und sorgt so für mehr Lebensqualität im Schlachthofviertel. Es geht vor allem darum die nachhaltige Mobilität auszubauen, wofür verschiedene Mobility-Sharing-Angebote auf der einen Hälfte des Platzes zur Verfügung gestellt werden. Auf der anderen Seite konnte durch den Wegfall von Parkplätzen die „Piazza Zenetti“ entstehen – ein Platz mit mehr Aufenthaltsqualität für die Anwohner*innen. Aber auch hier darf natürlich die Begrünung nicht fehlen. Neben artenreicher Staudenbepflanzung, gibt es acht Hochbeete, um welche sich die Beetpat*innen aus der der Nachbarschaft kümmern.

Seit 2019 gibt es eine Bürgerinitiative, die sich für die Beibehaltung der „Piazza Zenetti“ einsetzt.

Weitere Infos zur Piazza Zenetti unter diesem Link.

4. Bahngarten und Südgarten (Tumblingerstr. 29/Ruppertstr.)

Ebenfalls im Schlachthofviertel befinden sich der Bahn- und der Südgarten. Seit Juni 2019 kann man nun auch mit Bahnhofsflair im Bahngarten des Bahnwärter Thiel garteln. Ebenfalls auf dem Bahnhofsgelände direkt neben den Bahngleisen hinter der Graffitimauer befindet sich der Südgarten. Dieser ist auf einem ehemaligen Gleisbett im Viehhof entstanden. Mit diesen Projekten sind Rückzugsorte für alle Pflhttp://Bitte verlinken: https://anstiftung.de/interkulturelle-gaerten-in-bayern/102319-suedgarten-muenchen-muenchen-ludwigsvorstadtanzenbegeisterte entstanden, die natürlich auch Bienen und Insekten eine artgerechte Heimat bieten. Zusätzlich verleiht die kreative Gestaltung mit Autoreifen, Badewannen, Großmarktpaletten und vielen weiteren ungewöhnlichen Dingen den beiden Gärten einen ganz besonderen Charme.

Hier kann man die bereitgestellten Gemeinschaftsbeete bewirtschaften oder auch seine eigene Beetpatenschaft übernehmen und ganz nach seinen eigenen Vorstellungen garteln.

Kontakt Bahngarten: info@bahnwaerterthiel.de

Kontakt Südgarten: Suedgartenmuenchen@gmail.com

5. Essbare Stadt (Sachsenstr. 2)

Ganz nach dem Motto „ökologisch gärtnern“ kann man in der Essbaren Stadt eine eigene Beetpatenschaft für eine Saison übernehmen und eine der 2m²-Parzellen bepflanzen, pflegen und für den Eigenverbrauch abernten. Hier garteln die Münchner*innen selber und für den Eigenverbrauch. Die Essbare Stadt befindet sich in der Anlage der Städtischen Baumschule Bischweiler direkt neben dem Rosengarten. Aber auch ohne Beetpatenschaft kann man die Essbare Stadt besuchen und die Vielfalt an samenfeste Gemüsesorten erkunden.

Durch die Essbare Stadt wird den Münchner*innen der Anbau ökologischer, lokaler und saisonaler Lebensmittel näher gebracht und die Selbstversorgung in der Stadt gefördert. Zudem trägt der Gemeinschaftsgarten zu einer gesunden Insektenpopulation bei.

Nähere Infos zu den Gemeinschaftsgärten findest Du unter diesem Link.

6. Giesinger Grünspitz (Tegernseer Landstraße 104)

Früher Autohändler, heute eine Grünfläche bewachsen mit Kastanienbäumen. Der Grünspitz, unser Ziel der Radtour, ist ein Gemeinschaftsprojekt in Giesing, das in seiner jetzigen Form eine Zwischennutzung bis Ende 2020 ist. Hier finden tolle Projekte und Veranstaltungen statt. Von Flohmärkten, über Konzerte und Filmabende – hier ist für jeden etwas dabei. Durch das Kiosk-Café ist auch für leckere Erfrischung an warmen Sommertagen gesorgt.

Neben den Kastanienbäumen, bereichern Hochbeete und eine Gartenecke den Grünspitz. Der Naturgarten verleiht dem Grünspitz mit seiner Vielfalt der Lebensräume, einen besonderen Charme. Auch hier kannst Du Beetpat*in werden, bei der Gestaltung der Fläche mitwirken und Dich für die Pflege der Hochbeete einsetzen.

Mehr Infos zum Grünspitz findest Du hier.

Karte der Route

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Die Radtouren werden gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.