Entenbachplatz
Von temporärer Umgestaltung zu permanenter Veränderung
Wie wäre es, wenn in den Vierteln Münchens anstatt grauer Parkflächen langfristig mehr Begrünung, Raum für Begegnung, Spiel und nachbarschaftliche Gemeinschaft entstünde – Orte mit Hochbeeten, Sitzmöglichkeiten und Platz zum Ratschen an der frischen Luft?
Ähnliche Fragen stellte sich auch ein Mobilitätsprojekt (aqt – autoreduzierte Quartiere für eine lebenswerte Stadt), das auch am Entenbachplatz aktiv war. Ziel war es, vorhandene Freiflächen neu zu denken und gemeinsam mit den Menschen vor Ort Ideen für die Zukunft städtischer Quartiere zu entwickeln. Welche Chancen ergeben sich für die Nachbarschaft? Wie können öffentliche Räume gerechter und lebenswerter gestaltet werden?
Viele solcher Projekte sind zeitlich begrenzt – sie setzen Impulse, verschwinden aber nach einiger Zeit wieder.
Am Entenbachplatz in der Au verlief die Entwicklung anders: Im Rahmen des aqt-Projekts wurde die Fläche an der Ecke Schlotthauer-/Entenbachstraße zunächst temporär umgestaltet. Auf einer erweiterten Verkehrsinsel wurde erst eine Eisstockbahn installiert. Danach wurden den Anwohner*innen Hochbeete zu Verfügung gestellt und Nachbar*innen begannen, gemeinsam zu gärtnern. Mit der wachsenden Nutzung der Fläche traten auch unterschiedliche Vorstellungen über ihre zukünftige Gestaltung zutage.
Aus den anfangs widersprüchlichen Vorstellungen der Anwohner*innen wuchs jedoch nach Ende des Projekts eine fruchtbare Zusammenarbeit. Schließlich formte sich der Verein „Schaufel und Ente e.V.“, der sich selbst organisiert. So wird aus der temporären Umgestaltung der ehemaligen Abbiegespur eine dauerhafte Veränderung – aus Straßenraum entsteht der „Entenbachplatz“.
Seit 2024 wird die Fläche im Rahmen eines Grünpatenvertrags mit Green City e.V. weiter gestaltet und gepflegt. Auf Wunsch der Anwohner*innen entstehen zusätzliche Hochbeete und Sitzmöglichkeiten. Dies zeigt, wie aus gemeinschaftlichem Engagement lebendige Stadträume entstehen können.
Heute ist der Entenbachplatz eine kleine grüne Oase in der Au – ein Ort für alle.
Das nachbarschaftliche Gärtnern fördert den Austausch im Viertel, stärkt die Identifikation mit dem eigenen Umfeld und erhöht die Lebens- und Aufenthaltsqualität spürbar. Gleichzeitig wirkt sich die Begrünung positiv auf das Mikroklima aus.
Hier kannst Du die Ergebnisse des aqt-Projekts sehen.