Stadtspaziergang: “Von temporär zu permanent - Stadtgestaltung von und mit Bürger*innen-Engagement"
Quartiersberatung auf Thementour Wir gehen im Rahmen unserer Quartiersberatung mit Euch durch die Stadt spazieren! Kommt mit uns auf eine Thementour
Dann lass uns im Kleinen anfangen, um Großes anzustoßen. Denn Du kannst in Deinem Quartier selbst aktiv werden und mit kleinen, auch temporären Projekten Veränderung anstoßen. Wir unterstützen Dich dabei!
Du möchtest einen autofreien Tag organisieren, eine Grünfläche bepflanzen oder ein Hochbeet aufstellen? Wir beraten Dich von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Impulse aus der Zivilgesellschaft sind wichtig, um den Wandel voran zu bringen. Gerne unterstützen wir Dich auch mit Materialien wie Paletten, Holzresten, Sitzgelegenheiten, Bierbänken- & Tischen. Also los geht’s – worauf wartest Du noch?
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Der Grüne Faden ist das Handbuch für alle Münchner*innen, die aktiv werden wollen und eine kleine Quartierswende in ihrem Viertel anstoßen möchten. Das Handbuch fasst sämtliche Prozesse, von Antragsstellung beim Bezirksausschuss über Anmeldung einer Sondernutzung beim Kreisverwaltungsreferat bis hin zur Anleitung des Baus eines Hochbeetes in einer Broschüre zusammen. Du findest hier wertvolle Praxis-Tipps und Schritt-für-Schritt Anleitungen.
Nutze außerdem unsere Vorlage, um ein für Dich zugeschnittenes Projekt zu planen und initiieren.
Werkzeugverleih und Werkstattnutzung
Nachbarschaftsnetzwerke: Werkzeugleihe und helfende Hände
In München gibt es schon viele engagierte Menschen, die durch ihre Projekte etwas in Bewegung gebracht haben. Das macht Mut und zeigt, wie Du durch Engagement und kreative Ideen Veränderungen in Deinem Quartier voranbringen kann. Deswegen wollen wir Dir hier exemplarisch Initiativen und Privatpersonen vorstellen – lass Dich davon inspirieren!
Wie wäre es, wenn in den Vierteln Münchens anstatt grauer Parkflächen langfristig mehr Begrünung, Raum für Begegnung, Spiel und nachbarschaftliche Gemeinschaft entstünde – Orte mit Hochbeeten, Sitzmöglichkeiten und Platz zum Ratschen an der frischen Luft?
Ähnliche Fragen stellte sich auch ein Mobilitätsprojekt (aqt – autoreduzierte Quartiere für eine lebenswerte Stadt), das auch am Entenbachplatz aktiv war. Ziel war es, vorhandene Freiflächen neu zu denken und gemeinsam mit den Menschen vor Ort Ideen für die Zukunft städtischer Quartiere zu entwickeln. Welche Chancen ergeben sich für die Nachbarschaft? Wie können öffentliche Räume gerechter und lebenswerter gestaltet werden?
Viele solcher Projekte sind zeitlich begrenzt – sie setzen Impulse, verschwinden aber nach einiger Zeit wieder.
Am Entenbachplatz in der Au verlief die Entwicklung anders: Im Rahmen des aqt-Projekts wurde die Fläche an der Ecke Schlotthauer-/Entenbachstraße zunächst temporär umgestaltet. Auf einer erweiterten Verkehrsinsel wurde erst eine Eisstockbahn installiert. Danach wurden den Anwohner*innen Hochbeete zu Verfügung gestellt und Nachbar*innen begannen, gemeinsam zu gärtnern. Mit der wachsenden Nutzung der Fläche traten auch unterschiedliche Vorstellungen über ihre zukünftige Gestaltung zutage.
Aus den anfangs widersprüchlichen Vorstellungen der Anwohner*innen wuchs jedoch nach Ende des Projekts eine fruchtbare Zusammenarbeit. Schließlich formte sich der Verein „Schaufel und Ente e.V.“, der sich selbst organisiert. So wird aus der temporären Umgestaltung der ehemaligen Abbiegespur eine dauerhafte Veränderung – aus Straßenraum entsteht der „Entenbachplatz“.
Seit 2024 wird die Fläche im Rahmen eines Grünpatenvertrags mit Green City e.V. weiter gestaltet und gepflegt. Auf Wunsch der Anwohner*innen entstehen zusätzliche Hochbeete und Sitzmöglichkeiten. Dies zeigt, wie aus gemeinschaftlichem Engagement lebendige Stadträume entstehen können.
Heute ist der Entenbachplatz eine kleine grüne Oase in der Au – ein Ort für alle.
Das nachbarschaftliche Gärtnern fördert den Austausch im Viertel, stärkt die Identifikation mit dem eigenen Umfeld und erhöht die Lebens- und Aufenthaltsqualität spürbar. Gleichzeitig wirkt sich die Begrünung positiv auf das Mikroklima aus.
Hier kannst Du die Ergebnisse des aqt-Projekts sehen.
Angefangen hat alles mit illegal aufgestellten Paletten-Möbeln auf einer tristen Fläche an der Breisässer/Ecke Elsässer Straße. Im Mai 2020 während des Corona Lockdowns suchte Elisa nach einer Möglichkeit sich draußen und in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung aufzuhalten. Heute ist der Platz als Breisässer Platz stadtbekannt und das Projekt wurde sogar mit dem Hans Sauer Preis ausgezeichnet. Es gibt einen offiziellen Antrag seitens der Stadt, mit dem man sogenannte Stadtterrassen offiziell beantragen kann. Solche Installationen wie der Breisässer Platz können also in ganz München entstehen und öffentlichen Raum nutzbar machen. Neben Sitzmöglichkeiten und Begrünung auf dem Platz bietet ein Parklet in zwei Parkbuchten weitere Sitzgelegenheiten, einen Tauschschrank und eine Fahrrad-Reparatur Station.
Elisa hat sich mittlerweile sogar selbstständig gemacht und gemeinsam mit Freunden WOW! Urbane Utopien ein Start Up für Stadtmöblierung gegründet.
Hier
Jeder kennt die „zu verschenken“ Kisten in mit altem Geschirr, Büchern oder Kleidung. Meist stehen sie vor Hauseingängen und die Dinge werden früher oder später nass. Mit einem fest installierten Bücher-, Tausch- oder Kreislaufschrank im Viertel können Gegenstände verschenkt oder getauscht werden und sind gleichzeitig vor Witterung geschützt. Durch die Weitergabe kann die Nutzungsdauer von Dingen verlängert werden, das schont Ressourcen und vermeidet Müll. Hannah und Julia haben 2020 den Verein Kreislaufschränke e.V. gegründet und informieren Interessierte, vernetzen Mitstreiter*innen, Platzbieter*innen und Aufbauhelfer*innen, organisieren Finanzmittel für Aufbau und Betrieb und vieles mehr. In München gibt es mittlerweile schon über 20 Tausch- und Kreislaufschränke.
In München gibt es einige Initiativen, die die Verkehrswende mit temporären Projekten im Viertel vorantreiben wollen. Es geht darum Beispiele zu schaffen, wie es mit weniger Autos und mehr Grün aussehen könnte. Mit Westendkiez setzen sich die Initiator*innen seit 2020 für eine Verkehrsberuhigung im Westend ein. Sie wollen dadurch bessere Luftqualitäten und mehr Freiraum für die Bewohner*innen schaffen und damit dem Klimawandel im Viertel entgegenwirken. Das geplante verkehrsberuhigte Areal ist durch das Viereck Schwanthaler-, Schießstätt-, Kazmaier- und Ganghoferstrasse abgesteckt. In der Park- und Schießsstättstraße sowie in der Kazmair Allee fanden bereits Projekte statt.
Die Initiative Glockenbach für Alle hat sich die Umgestaltung des Bereichs um den Glockenbach Spielplatz vorgenommen. Hier soll durch Parkplatzentfall Platz frei werden für eine bedarfsgrechte Infrastruktur: erweiterte Gehwegnasen und Temporeduzierung erhöhen die Sicherheit für Kinder im Verkehr, barrierefreie Zugänge ermöglichen es auch Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator sich im Viertel zu bewegen. Neue Baumpflanzungen sollen für Abkühlung in immer heißer werdenden Sommern sorgen.
Du kennst noch weitere Projekte, die hier nicht fehlen sollten oder bist selbst Teil einer Initiative? Dann melde Dich per E-Mail bei uns.